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HANS-EBERHARD
BERKEMANN Vorgeschlagen von Margrit Schneeweiß, Vilsbiburg, Deutschland, Kathrin Krakauer, Clinton, MA, Margot Lebach, N. Andover, MA, Deborah Pressman, Dennis, MA, und 10 weitere Nachkommen der Familie Marum Eigentlich ist Hans-Eberhard Berkemann kein Freund lauter Töne. Aber wenn er seine Prinzipien verletzt sieht, erhebt der Pfarrerssohn seine Stimme und kämpft auch wenn es mehr als 20 Jahre dauert bis er gehört wird. Und dass alle Stätten des Glaubens heilig sind, ist einer seiner wichtigsten Grundsätze. Deshalb reagierte Berkemann, 59, instinktiv, als er herausfand, dass die Generalsanierung seiner Heimatstadt Bad Sobernheim den Abriss des früheren Synagogengebäudes bedeutete. Es ging mir absolut wider meine anerzogenen Wertvor-stellungen, dass ein Gotteshaus - egal ob benutzt oder nicht - abgerissen werden sollte. Obwohl er oft allein auf weiter Flur kämpfte, nutzte er jede erdenkliche Strategie, um den Abriss der Synagoge zu verhindern. Er legte sich mit Lokalpolitikern an, suchte sich Verbündete und trieb Verantwortliche in juristische Auseinandersetzungen. Das Gotteshaus in Bad Sobernheim ist nicht das einzige, das er bewahrte. 1993 half er eine Synagoge im nahe gelegenen Staudernheim zu retten. Doch die Liste seines Engagements ist noch länger: Er war Mitherausgeber einer Zeitschrift zur jüdischen Geschichte, organisierte Ausstellungen und hält Gedenkfeiern ab. Auf dem Bad Sobernheimer jüdischen Friedhof und acht weiteren dokumentierte er jeden Grabstein Namen, Daten, Inschriften und die Beziehungen zwischen den Familien. Nicht nur was, sondern
auch wie er es tat, beeindruckte viele. Wenn er etwas für
nicht richtig hält, kann er richtig in Rage geraten, sagt
Margrit Schneeweiß, deren Familie einst in Bad Sobernheim lebte.
Dann fragt er nicht lange - er handelt. Bürgermeister
Hans-Georg Janneck beschreibt ihn als liebenswürdig und hartnäckig,
so wie man sein muss, wenn man sich für etwas wirklich einsetzt.
Was Zivilcourage ist, bekam Berkemann schon in der Familie vorgelebt. Sein Großvater war ein Gegner der Nazis und wurde deshalb 1933 von diesen verprügelt. Sein Vater predigte gegen sie und entging nur knapp einer Verhaftung durch die Gestapo. Für seine Überzeugung muss man was tun, sagt Berkemann, man darf sich beim ersten Widerstand nicht gleich ducken. Und wenn Hilfe gebraucht wurde, war er da. Alsder jüdische Friedhof mehrmals geschändet wurde, kümmerte sich Berkemann ein Experte in Denkmalpflege um die fachgerechte Instandsetzung. Als 1992 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine Straße über einen ungenutzten Teil des Friedhofs gebaut werden sollte, kämpfte er erfolgreich dagegen an. Ein Jahr später sollte in Staudernheim das frühere Synagogengebäude versteigert werden. Er kaufte das Haus für 10.000 Mark, weil der lokale Förderverein nicht genug Geld hatte. So eine Chance kriegt man nur einmal in 50 Jahren, erinnert sich Berkemann. Er verkaufte das Haus an den Förderverein als dieser genug Geld zusammen hatte. Berkemann, der Grundschüler
unterrichtet, organisiert auch Stadtführungen zur jüdischen
Geschichte. Aber seine größten Anstrengungen widmete er der
Bad Sobernheimer Synagoge. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie nur
noch der Nach 20 Jahren Kampf
bekam der Synagogen Verein im März 2002 schließlich
einen Nutzungs-vertrag für die Synagoge. Zunächst muss Geld
für die Restaurierung gesammelt werden. Dann soll nach dem Willen
des Vereins eine Art Gemeinde-und Kulturzentrum entstehen, kein Museum
im traditionellen Sinn. Berkemann will es zu einem Treffpunkt für
Juden und Nicht-Juden machen, mit |
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