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OLAF
DITZEL
VACHA, GERMANY
Vorgeschlagen von Angelika G. Ellmann-Krueger, Berlin
Vor der Wiedervereinigung
war die vorherrschende Einstellung in Ostdeutschland konservativ und anti-religiös.
Aber noch unter dem strengen
kommunistischen Regime der DDR initiierten Olaf Ditzel und Günter
Hermes, zwei engagierte Bürger, unter Anleitung des evangelischen
Superintendenten
Peter Raatz ihr erstes jüdisches Forschungsprojekt im örtlichen
historischen Verein. Ihre sich über viele Jahre erstreckende Arbeit,
die später von Inge Wimmer unterstützt wurde, wurde zu einem
wichtigen Bindeglied zwischen jüdischen Überlebenden und deren
Vergangenheit.
Der Heimat- und Geschichtsverein
Vacha, dessen Vorsitzender Olaf Ditzel heute ist, beschloss, eine große
Ausstellung über die Geschichte der jüdis-chen Gemeinden, die
einst in den drei thüringischen Orten Vacha, Völkershausen und
Gehaus existierten, aufzubauen. Herr Ditzel, ein 42-jähriger Dachdecker,
befragte in seiner Freizeit die älteren Einwohner der Gegend nach
ihren Erinnerungen an frühere jüdische Mitbürger. Er führte
intensive örtliche Nachforschungen durch und kontaktierte dann Juden
und ihre Nachfahren, die ursprünglich aus der Gegend kamen. So konnte
er umfangreiche Informationen sammeln, die als Grundlage für die
Ausstellung und spätere Veröffentlichungen dienten. Seine Bemühungen
ermutigten Juden, die inzwischen an anderen Orten lebten, die Heimat ihrer
Vorfahren
zu besuchen, um so mehr über die Geschichte ihrer Familien zu erfahren,
die Opfer der Deportationen und Verfolgung wurden.
Die Erhaltung der
jüdischen Friedhöfe von Vacha und Gehaus war ein weiteres großes
Forschungs- und Restaurierungsprojekt. Von den Nazis umgestoßene
und verschleppte Grabsteine wurden wieder aufgestellt. Ein Zaun wurde
errichtet und viele Grabsteine wurden entziffert und restauriert, so dass
die Nachfahren bei einem Besuch der Friedhöfe die Gräber ihrer
Angehörigen wiederfinden können.
Olaf Ditzel setzte
seine Forschungen fort. Er entdeckte in Vacha eine mittelalterliche Mikwe,
ein rituelles Bad, das nach intensivem Bemühen offiziell als historisches
Denkmal anerkannt wurde, womit der zukünftige Erhalt und die Pflege
gesichert sind. Er veröffentlichte mehrere wichtige Beiträge,
die Teil größerer Studien sind, die das jüdische Leben
in
Ostdeutschland aufzeichnen.
Die Forschungen von
Olaf Ditzel und seinen Kollegen führten zu einer umfassenden Ausstellung,
die jetzt Studenten, Touristen und der allgemeinen
Öffentlichkeit zugänglich ist. Zusätzlich zu seinen Forschungen
und Erhaltungsbemühungen bieten Herr Ditzel und auch Frau Wimmer
Führungen
über die jüdischen Friedhöfe an. Er nutzt jede Führung
dazu, jungen Menschen zu erklären, wie wichtig es ist, Antisemitismus
und anderen
Formen der Unterdrückung und Intoleranz Einhalt zu gebieten.
Der Heimat- und Geschichtsverein
Vacha setzt auch weiterhin seine Forschungen über die jüdische
Geschichte mit Unterstützung von Menschen aus allen Teilen des Landes
fort. Diese gemeinsamen Bestrebungen bringen Menschen zusammen, die mehr
über die Verfolgung und ihre Auswirkungen
erfahren wollen. Als Ergebnis dieser Bemühungen entsteht ein besseres
Verständnis unter Menschen, die zwar eine gemeinsame Kultur haben,
deren
Geschichte aber nach dem Zweiten Weltkrieg sehr unterschiedlich verlief.
Die Arbeit von Olaf Ditzel und seiner Gruppe hatte weltweit eine positive
Wirkung.
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