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HEINRICH
SCHREINER
MAINZ, GERMANY
Vorgeschlagen von Mr. Raphael Blättner, Haifa, Israel,
Rabbi Leo Trepp, San Rafael, Californien, USA,
Mr. Yaron Zakay, Kiryat Motzkin, Israel
Dr. Heinrich Schreiner
durchlief eine beeindruck-ende öffentliche Karriere, die er als Präsident
der Landeszentralbank von Rheinland-Pfalz beendete. Mit seiner Pensionierung
begann jedoch eine neue Karriere, in der er seine Zeit und seine Fähigkeiten
dem Wiederaufbau der verfallenen Mainzer Synagoge
widmete. Es war die einzige Synagoge, die der Stadt verblieben war und
die vor über 1000 Jahren und während des gesamten Mittelalters
das führende
deutsche Zentrum für jüdische Studien war.
Dr. Schreiner, promovierter
Volkswirtschaftler, war schon lange ein führendes Mitglied der katholis-chen
Gemeinde. Sein Idealismus, sein großes volk-swirtschaftliches Wissen
und seine administrative Erfahrung prädestinierten ihn zum Präsidenten
des Fördervereins Synagoge Mainz. Als dessen Leiter
gelang es ihm, nicht nur rund 4 Millionen DM aufzubringen, sondern auch
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zur Mitarbeit anzuregen,
Architekten zu engagieren, die komplexen rechtlichen, wirtschaftlichen
und politischen Angelegenheiten zu regeln und die bauliche Restaurierung
der Synagoge zu beaufsichtigen.
Das im Jahr 1737 errichtete
Gebäude wurde 1793 während der Französischen Belagerung
von Mainz beschädigt und im Jahr 1819 wieder eingewei-ht. In der
Kristallnacht wurde es erneut schwer beschädigt, aber wegen der dichten
Bebauung der Umgebung nicht niedergebrannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg
wurde das Grundstück als Hühnerstall, als Holzlager und zuletzt
als Müllhalde genutzt. Das verfallene Gebäude wurde 1977 während
der
Vorbereitung einer Ausstellung über die Juden in Mainz wiederentdeckt.
Um den völligen Verfall des Gebäudes, das 1987 in das Eigentum
der Stadt
Mainz übergegangen war zu verhindern, waren Sofortmaßnahmen
nötig. Aber erst als Dr. Schreiner sich persönlich für
dieses Projekt einsetzte und die
nötigen finanziellen Mittel aufgebracht hatte, konnte mit dem Wiederaufbau
begonnen werden.
Die Synagoge steht
in Weisenau, einem Mainzer Ortsteil, der einst das Zentrum einer großen,
lebendigen jüdischen Gemeinde darstellte. Da es
Juden früher verboten war sich in der Innenstadt von Mainz niederzulassen,
siedelten sie sich in Weisenau an. Die Einweihung des im originalen Barockstil
gelungen wieder aufgebauten Gebäudes erfolgte am 27. Mai 1996, dem
900. Jahrestag des Massakers an den Mainzer Juden während des ersten
Kreuzzuges im Jahr 1096.
Unter der Leitung
von Dr. Schreiner entwickelte sich die Synagoge mit dem angeschlossenen
kleinen Museum zu einem jüdischen Zentrum für die
gesamte Gemeinde. Am Sabbat und an jüdischen Feiertagen wird die
Synagoge ausschließlich für religiöse Feiern genutzt.
Zu allen anderen Zeiten
finden bei freiem Eintritt öffentliche Vorlesungen, Konzerte und
Ausstellungen, die sich mit der Kultur und der Geschichte der Juden in
Mainz befassen, statt. Dr. Schreiner leitet alle Veranstaltungen, führt
persönlich durch die Synagoge und erklärt ihre Funktion und
Geschichte. Sein derzeitiges Projekt ist die Restaurierung zweier alter
ritueller Bäder, die neben der Synagoge entdeckt wurden. Sie haben
eine große historische Bedeutung und sollen nach der Restaurierung
der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden.
Heute ist die Synagoge
ein Ort des Gottesdienstes für Juden, ein Mahnmal jüdischen
Leids während der Jahrhunderte und ein Versammlungsort, an dem jüdische
Geschichte und Kultur von allen erfahren und geteilt werden kann. Die
Arbeit von Dr. Schreiner hat es Menschen verschiedenen Glaubens ermöglicht,
in einen positiven Dialog einzutreten, der den gegenseitigen
Respekt fördert.
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