DEUTSCH-JÜDISCHER GESCHICHTSPREIS Verleihung im Berliner Abgeordnetenhaus
(red). Fünf nichtjüdische Deutsche, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Bewahrung der deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur geleistet haben, wurden im Abgeordnetenhaus von Berlin mit dem Obermayer German Jewish History Award (deutsch-jüdischer Geschichtspreis) ausgezeichnet.
Arthur Obermayer, amerikanischer Unternehmer und Begründer des Preises, der in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal verliehen wurde, erklärt dazu: „Die Zahl der noch lebenden nichtjüdischen Deutschen, die jüdische Nachbarn vor dem Holocaust retteten, sinkt stetig, aber es ist eine neue Generation herangewachsen, von der Deutschland und die Welt erfahren sollten. Wie in den vergangenen Jahren sind auch die in diesem Jahr Ausgezeichneten würdige Preisträger, die bisher meist nur wenig offizielle Anerkennung für ihr hervorragendes Engagement erfahren haben.“ Unter den Preisträgern war Fritz Kilthau aus Zwingenberg.
Seit 1978 durchforstet Kilthau die Archive: Er erforscht die Geschichte der ehemaligen jüdischen Mitbürger in der Region Hessische Bergstraße, insbesondere in Zwingenberg, Bensheim, Darmstadt und Wiesbaden in Hessen, wo er heute lebt, und trägt die Informationen in die Öffentlichkeit. Die Arbeit ist seine persönliche Antwort auf den Rechtsextremismus, der in seinen Augen leider an vielen Orten weiter blüht. Kilthau hat Broschüren zur jüdischen Lokalgeschichte herausgebracht und zahlreiche öffentliche Veranstaltungen und Rundgänge zu wichtigen jüdischen Stätten der Region organisiert.