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Knobloch: An jahrtausendealte deutsch-jüdische Tradition erinnern23. Januar 2008 Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat die Arbeit der Bostoner Obermayer Foundation als wichtigen Beitrag zur Wiederannäherung von Juden und Nichtjuden in Deutschland gewürdigt. Der von der Stiftung verliehene Preis ("German Jewish History Award") "repräsentiert etwas, was es heute im Grunde nicht mehr gibt: Das deutsche Judentum", sagte Knobloch am Mittwoch in Berlin. Sie erinnerte daran, dass der Holocaust das Selbstverständnis der deutschen Juden brutal zerstört habe. "Deutsche Juden, das waren stolze Patrioten, die bedeutende Beiträge zum kulturellen Erbe Deutschlands geleistet haben." Mit dem Preis werden Bürger ausgezeichnet, die aus eigener Initiative herausragende Beiträge zur Dokumentation jüdischer Geschichte und Kultur in Deutschland geleistet haben. Heute seien viele jüdische Bürger Deutschlands mit osteuropäischem Ursprung der Meinung, vor dem Hintergrund des Holocaust (Shoa) sei "der Traum von der deutsch-jüdischen Symbiose letztlich ein Trugschluss" gewesen, sagte Knobloch. Ganz langsam werde jetzt wieder in den jüdischen Gemeinden an alte Zeiten angeknüpft. Hier leisteten die Bürger, die verlorene deutsch-jüdische Traditionen rekonstruierten, einen wertvollen Beitrag. Sie wirkten der Agitation der rechtsextremen NPD entgegen, die Juden zu Fremden in Deutschland stilisieren wollten. "Deshalb muss es uns gelingen, die Fixierung auf den Völkermord zugunsten einer Sichtweise zu erweitern, die von der gesamten Bandbreite der deutsch-jüdischen Geschichte ausgeht und Perspektiven benennt", forderte Knobloch. Die Preisträger zeigten mit ihrer Arbeit, dass es in Deutschland eine beinahe 2000 Jahre alte jüdische Geschichte gebe. Die Preise sollten am Abend an sechs Deutsche im Berliner Abgeordnetenhaus bei einem Festakt anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar überreicht werden. Er wird bereits zum achten Mal vergeben. Zu den Ausgezeichneten gehört in diesem Jahr Johanna Rau aus Kalbach in Hessen. Die Pastorin hat den Wiederaufbau der verfallenen Synagoge im nahegelegenen Heubach initiiert. |