|

Verdienste um jüdische
Geschichte
Amerikanische Obermayer Foundation ehrt sechs deutsche
Preisträger
Zum sechsten Mal wurden
gestern die "German Jewish History Awards" der amerikanischen
Obermayer Foundation verliehen. Im Berliner Abgeordnetenhaus wurden sechs
Männer aus dem gesamten Bundesgebiet geehrt, die sich in besonderer
Weise darum bemühen, die jüdische Geschichte, Kultur und überlieferte
Zeugnisse ihrer Gemeinden wie Friedhöfe oder Synagogen zu bewahren.
Bei einem Festakt im Plenarsaal sprachen Parlamentspräsident Walter
Momper, der Präsident der Obermayer Foundation Arthur S. Obermayer
sowie Edzard Reuter.
"Es ist interessant,
was für kreative und vielfältige Projekte in unserem Land durchgeführt
werden", so Momper. Die Preisträger Johann Fleischmann, Günter
Heidt, Rolf Hofmann, Kurt-Willi Julius, Karl-Heinz Stadtler und Robert
Kreibig wurden im Vorfeld der siebenköpfigen Jury vorgeschlagen,
zu der neben Momper und Obermayer selbst etwa auch Ernst Cramer, Vorsitzender
der Axel Springer Stiftung, gehört. Der Berliner Robert Kreibig wurde
gestern unter anderem dafür ausgezeichnet, daß er sich um den
Erhalt der Landsynagoge im mecklenburgischen Röbel gekümmert
hat. Zusammen mit weiteren Gebäuden bildet sie heute den "Engelschen
Hof", ein Jugendbildungszentrum und eine Jugendherberge, die nach
einer jüdischen Familie aus Röbel benannt wurden. In ein paar
Tagen eröffnet Kreibig überdies eine Dauerausstellung zur jüdischen
Geschichte der Region.
Die Auszeichnung trägt
den Namen des jüdischen Geschäftsmannes Arthur Obermayer, dessen
Eltern in den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus Deutschland
in die USA ausgewandert sind. Obermayer war als Kind häufig bei seinen
Großeltern im baden-württembergischen Creglingen zu Gast. Heute
betreibt er dort ein privates jüdisches Museum. Mit seiner Stiftung
will Obermayer das Ansehen der Deutschen im Ausland verbessern.
Aus der Berliner Morgenpost
vom 26. Januar 2006
Back
|