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Freundschaften als
Lohn
Berlin/Volkmarsen. Es ist, im wörtlichen Sinne, eine Ehrung, die weite Kreise zieht: Der Stifter des Preises kommt aus den USA, die Vorschläge dafür stammen unter anderem aus Australien und Kalifornien, und die Preisträger Ernst und Brigitte Klein sind aus Volkmarsen. Sie haben ihrerseits durch ihre Arbeit Kontakte in alle Welt geknüpft; zu Juden, die ursprünglich Deutschland ihre Heimat nannten. Der Parlamentssaal des Berliner Abgeordnetenhauses war gestern der festliche Rahmen für die neunte Verleihung des Preises: Das Ehepaar Klein nahm gemeinsam mit vier anderen Preisträgern den "Obermayer German Jewish History Award" entgegen. Beitrag zur Bewahrung Geehrt wurden Menschen, die, wie es in der Urkunde heißt, "auf freiwilliger Basis in ihren Heimatorten einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit - ihrer Geschichte und Kultur, ihrer Friedhöfe und Synagogen - geleistet haben." Damit sind die Kleins seit mehr als 20 Jahren beschäftigt. Sie begannen mit Recherchen über die Gesichte der Juden in ihrer Heimat und gründeten den Verein "Rückblende - gegen das Vergessen", der unter anderem den jüdischen Friedhof der Stadt wieder hergestellt und ein Informationszentrum zur jüdischen Geschichte der Gegend aufgebaut hat. "Tiefe Freundschaften und Vertrauen" waren nach den Dankesworten von Ernst Klein der Lohn für die Verbindungen, die sich aus dieser Arbeit ergaben. Überlebende kehrten zurück und stellten fest, "dass sie ihre Wurzeln spürten" (Brigitte Klein). "Es ist uns viele tausend Mal vergolten worden." Gegen Vorurteile Arthur Obermayer, der die Preise überreichte, will mit seiner in Newton/Massachusetts beheimateten Stiftung nicht nur Deutsche auszeichnen, die die Erinnerung wachhalten, sondern wendet sich auch gegen Vorurteile gegenüber Deutschen bei den überlebenden Juden. Ihm, dessen vier Großeltern alle in Deutschland geboren sind, ist es ein Anliegen, deutlich zu machen, dass die Geschichte der Juden in Deutschland mehr ist als die Ereignisse des Holocaust. Obermayer ist Unternehmer in der Hightech-Industrie im Großraum Boston und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, der zur Jury der Obermayer-Foundation gehört, bezeichnete es als Ehre, dass die Auszeichnungen im Gebäude des Berliner Parlamentes verliehen werden. Bewusst sei als Datum der Holocaust-Gedenktag gewählt worden. |