KIRCHENZEITUNG Aachen am 11.02.09Christlich-jüdische Verständigung
|
||||||
|
Mit dem "Obermayer German Jewish History Award", einem der bedeutendsten internationalen Auszeichnung für Nicht-Juden, wurde jetzt Hans-Dieter Arntz (67) im Berliner Abgeordnetenhaus für sein Lebenswerk geehrt. Der Euskirchener Regionalautor engagiert sich seit 1978 für das Gedenken an die jüdischen Bürger in der Region Eifel, die den Nazis zum Opfer fielen. Aus Berlin zurückgekehrt,
sagte er gegenüber der KirchenZeitung: "Ich bin schon
ein wenig stolz!" Seine Arbeit sieht Arntz auch als Beitrag
zur christlich-jüdischen Verständigung. Zum 70. Jahrestag
der Pogromnacht gestaltete Arntz unter anderem die Gedenkfeiern
in Hellenthal mit und nahm an der Stolpersteinverlegung in Mechernich
teil. Auch die "Andreas-Girkens-Straße", benannt
nach dem von Nazis ermordeten Mechernicher Märtyrer, hat ihren
Namen auf Vorschlag von Hans-Dieter Arntz bekommen. Weitere sieben
Straßen und Denkmäler in der Region sind nach seinem
Vorschlag nach jüdischen Mitbürgern benannt worden. |
Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses, ehrte Hans-Dieter Arntz zusammen mit Arthur Obermayer (v. l.). Foto: Mediakustik |
|
|
KirchenZeitung: "Ich bin schon ein wenig stolz!" Seine Arbeit sieht Arntz auch als Beitrag zur christlich-jüdischen Verständigung. Zum 70. Jahrestag der Pogromnacht gestaltete Arntz unter anderem die Gedenkfeiern in Hellenthal mit und nahm an der Stolpersteinverlegung in Mechernich teil. Auch die "Andreas-Girkens-Straße", benannt nach dem von Nazis ermordeten Mechernicher Märtyrer, hat ihren Namen auf Vorschlag von Hans-Dieter Arntz bekommen. Weitere sieben Straßen und Denkmäler in der Region sind nach seinem Vorschlag nach jüdischen Mitbürgern benannt worden. Die Auszeichnung "Obermayer German Jewish History Award" ist von dem jüdischen Unternehmer Dr. Arthur Obermayer ins Leben gerufen worden. Obermeyers Eltern wanderten in den 30er Jahren aus Deutschland in die USA aus. Ziel der Obermayer-Stiftung ist auch, das Ansehen der Deutschen im Ausland zu verbessern. Seit neun Jahren begeht das Parlament am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, den Deutschen Holocaust-Gedenktag auch mit der Verleihung des "Obermayer German Jewish History Award". Die Nominierenden der Auszeichnung sind jeweils außerhalb Deutschlands lebende Juden. Im Durchschnitt gibt es bei der Nominierung zu dem Preis, der in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben wird, drei Vorschlagende - bei Hans-Dieter Arntz waren es 16. Unter ihnen war Miriam Brudermann, die die Pogromnacht 1938 als Augenzeugin miterlebte und an dem Gedenkgang im vergangenen November in Hellenthal teilnahm. Walter Momper, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, und Arthur Obermayer zeichneten Arntz persönlich in Berlin aus. Aufgrund der fundierten Recherchen von Arntz konnten mehrere ehemalige jüdische Mitbürger Rentenleistungen und Ansprüche auf von den Nazis geraubtes Eigentum nachweisen. Arntz: "Wer Auschwitz überlebte, hatte keine Belege mehr. Diese Arbeit ist für mich das Wichtigste." Der pensionierte Lehrer hat mehrere bedeutende Bücher zur Geschichte der Juden in Eifel und Voreifel geschrieben, unter anderem "Judaica - Juden in der Voreifel" (1986), "Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet" (1990), "Kriegsende 1944/1945 im Altkreis Schleiden" (1995) und "Reichskristallnacht - Der Novemberpogrom 1938 auf dem Lande" (2008). "Ich will mit meinen Büchern und Vorträgen weitere Ansprechpartner finden", so Hans-Dieter Arntz. Auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte er sich keinesfalls, sondern beschäftigt sich weiterhin mit der Geschichte der Juden in der Eifel. Außerdem hilft Arntz Juden in aller Welt bei ihrer Suche nach Familienmitgliedern, die früher in der Region lebten. Für sein beständiges Engagement erhielt der Euskirchener bereits die Janusz-Korczak-Medaille in Israel (1984), das Bundesverdienstkreuz (1985) und den Rheinlandtaler (1992). Veröffentlicht:
11.02.2009 |
||