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26.01.2010 Preis gegen das VergessenMichael Former berichtet
Die Lübecker Historikerin Heidemarie Kugler-Weiemann forscht gern selbst, um herauszufinden, was in keinem Geschichtsbuch steht. Zusammen mit vier anderen Ehrenamtlichen hat sie am 25. Januar in Berlin den deutsch-jüdischen Geschichtspreis der amerikanischen Obermayer-Foundation bekommen. Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 2000 jährlich an nicht-jüdische Menschen verliehen, die mit ihrer Arbeit an jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland erinnern. Heidemarie Kugler-Weiemann ist seit fast zwei Jahrzehnten in Lübeck auf Spurensuche. Forscht in Archiven, im Internet und sogar im Ausland nach Dokumenten, die helfen, das Schicksal der Juden während und nach der Naziherrschaft aufzuklären. Was die pensionierte Lehrerin 1992 als Projekt für ihre einstige Schule begonnen hatte, ist für sie längst zu einer Lebensaufgabe geworden: "Es ist denke ich wichtig, einen individuellen Zugang zu dem Thema zu entwickeln und zu ermöglichen, Empathie zu entwickeln mit Menschen, die nichts wollten als in Ruhe und Frieden zu leben." Durch ihre Recherchen konnte die Lübeckerin bereits zahlreiche Kontakte herstellen zwischen Überlebenden des Holocaust, die nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika, Israel oder in andere Länder ausgewandert waren. Diese Menschen waren es denn auch, die Kugler-Weiemann für den deutsch-jüdischen Geschichtspreis vorgeschlagen haben. In Lübeck betreut Kugler-Weiemann auch das Künstlerprojekt Stolpersteine, bei dem Pflastersteine aus Bronze an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. |