Vlotho
(rec). Die Stadt Vlotho erinnert sich an ihre ehemaligen
jüdischen Mitbürger, an deren Verfolgung, Vertreibung
und Ermordung im "Dritten Reich". Und das seit Jahrzehnten.
Bereits 1969 wurde ein Mahnmal an die Vlothoer Holocaust-Opfer
eingeweiht. Zwanzig Jahre spääter lud die Stadt alle
im Ausland überlebenden Juden mit Vlothoer Herkunft
ein.
"Sie waren Bürger unserer Stadt" hießen ein Buch und eine Ausstellung, die dieser Mitbürger gedachten. Weitere Bücher folgten - historische Darstellungen der Verfolgung oder Sammlungen von Briefen von jüdischen Persönlichkeiten der Stadt. Dann verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig auch 41 Stolpersteine im Gehweg vor den Wohnhäusern, aus denen Juden von den Nazis abgeholt wurden. Bei allem war die bereits 1965 in Vlotho gegründete Mendel-Grundmann-Gesellschaft initiativ. Dafür wurden stellvertretend Mitbegründer Helmut Urbschat und der heutige Geschääftsführer der Gesellschaft, Manfred Kluge, jetzt in Berlin mit dem "German Jewish History Award" ausgezeichnet. Die
Würdigung vergibt die Obermayer Foundation, Boston
(USA), an deutsche Bürger, die "auf freiwilliger Basis
in ihren Heimatorten einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung
des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit - ihrer
Geschichte und Kultur, ihrer Friedhöfe und Synagogen
- geleistet haben": aber nur - eine Besonderheit - auf Vorschlag
von Juden.
Zur Erinnerung an ein furchtbares Kapitel der lokalen Geschichte und zur Ehrung der Opfer wird an vielen Orten Ostwestfalen-Lippes der Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern gedacht. Stellvertretend für diese Initiativen vergeben wir an Helmut Urbschat und Manfred Kluge von der Mendel-Grundmann-Gesellschaft den Stern der Woche. |
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