02.02.2008

Der Stern der Woche an die Vlothoer Mendel-Grundmann-Gesellschaft

Geschichte der jüdischen Opfer gewidmet



Mahner (FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP)
Mahner (FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP)
Vlotho (rec). Die Stadt Vlotho erinnert sich an ihre ehemaligen jüdischen Mitbürger, an deren Verfolgung, Vertreibung und Ermordung im "Dritten Reich". Und das seit Jahrzehnten. Bereits 1969 wurde ein Mahnmal an die Vlothoer Holocaust-Opfer eingeweiht. Zwanzig Jahre spääter lud die Stadt alle im Ausland überlebenden Juden mit Vlothoer Herkunft ein.

"Sie waren Bürger unserer Stadt" hießen ein Buch und eine Ausstellung, die dieser Mitbürger gedachten. Weitere Bücher folgten - historische Darstellungen der Verfolgung oder Sammlungen von Briefen von jüdischen Persönlichkeiten der Stadt.

Dann verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig auch 41 Stolpersteine im Gehweg vor den Wohnhäusern, aus denen Juden von den Nazis abgeholt wurden. Bei allem war die bereits 1965 in Vlotho gegründete Mendel-Grundmann-Gesellschaft initiativ. Dafür wurden stellvertretend Mitbegründer Helmut Urbschat und der heutige Geschääftsführer der Gesellschaft, Manfred Kluge, jetzt in Berlin mit dem "German Jewish History Award" ausgezeichnet.

Die Würdigung vergibt die Obermayer Foundation, Boston (USA), an deutsche Bürger, die "auf freiwilliger Basis in ihren Heimatorten einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit - ihrer Geschichte und Kultur, ihrer Friedhöfe und Synagogen - geleistet haben": aber nur - eine Besonderheit - auf Vorschlag von Juden.

Zur Erinnerung an ein furchtbares Kapitel der lokalen Geschichte und zur Ehrung der Opfer wird an vielen Orten Ostwestfalen-Lippes der Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern gedacht. Stellvertretend für diese Initiativen vergeben wir an Helmut Urbschat und Manfred Kluge von der Mendel-Grundmann-Gesellschaft den Stern der Woche.

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