Mit
Urkunden zurück aus Berlin
Helmut
Urbschat und Manfred Kluge mit "German Jewish History Award" ausgezeichnet
Vlotho
(va). Dass Helmut Urbschat und Manfred Kluge mit dem "German Jewish
History Award" ausgezeichnet wurden, war für Bürgermeister Bernd Stute
am Sonntag Anlass, beim Jahresempfang öffentlich seinen Glückwunsch
auszusprechen.
Beider über Jahrzehnte
währendes Engagement erfuhr in Berlin höchste Anerkennung. Helmut
Urbschat, Mitbegründer und Vorsitzender der Mendel-Grundmann-Gesellschaft
und deren Geschäftsführer Manfred Kluge wurden in einem Festakt im
Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Deutsch-Jüdischen Geschichtspreis
der amerikanischen Obermayer-Stiftung ausgezeichnet. Die beiden Vlothoer
Pädagogen wurden von der Witwe und den Töchtern von Herbert Mosheim
(ehem. Vlothoer Papierfabrik Mosheim, heute Schaltschränke Lohmeier)
vorgeschlagen. Sue Altermann war mit ihrem Mann bei der Ehrung in
Berlin dabei.
Das Festprogramm begann am Dienstag vergangener Woche mit einem Bankett im Opernpalais Unter den Linden. Mittwoch fand nach einer Stadtrundfahrt zu Berliner Orten jüdischen Lebens eine Pressekonferenz statt, an der auch Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland und Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses teilnahmen. Hier wurden die sechs Preisträger vorgestellt: Neben Helmut Urbschat und Manfred Kluge waren das Gerhard Buck aus Idstein (Hessen), Charlotte Mayenberger aus Bad Buchau (Baden-Württemberg), Pfarrerin Johanna Rau aus Kalbach (Hessen) und Dr. Fritz Reuter aus Worms (Rheinland-Pfalz). Sie alle haben sich um die Bewahrung des jüdischen Erbes in ihren Heimatorten verdient gemacht. Beim Festakt am Mittwochabend gab es Ansprachen von Walter Momper als Gastgeber, Dr. Arthur Obermayer als Stifter, Charlotte Knobloch und Sara Bloomfield, Direktorin des Holocaust-Gedenkmuseums in Washington. Spitzenvertreter
der deutschen Jugend
Als besondere Gäste wurden der 91-jährige Sohn von Otto Hirsch und seine Enkelin Naomi aus Maryland begrüßt. Otto Hirsch war neben Leo Baeck der letzte Spitzenvertreter der deutschen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Nachdem er Hundertausenden zur Ausreise verholfen hatte, wurde er selbst 1941 im KZ Mauthausen ermordet. Naomi Hirsch ist Synagogen-Kantorin und trug mit einem hebräischen Lied zum würdigen Rahmen bei. Die beiden Vlothoer gedachten in ihrer Dankrede des Vlothoer Ehrenbürgers Stephen Hans Loeb, der von jüdischer Seite schon in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die Hand zur Versöhnung ausgestreckt hatte. Kluge und Urbschat versprachen, sich auch zukünftig mit aller Kraft für die Erinnerung an den wichtigen und angesehenen Teil der Vlothoer Bürgerschaft einzusetzen, der sich nur durch seine Religionszugehörigkeit unterschied. Sie waren "patriotische deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, die im Ersten Weltkrieg für ihr geliebtes Vaterland gekämpft hatten", betonte Charlotte Knobloch. Auch beim Empfang nach der Verleihung nahmen Abgeordnete des Berliner Parlamentes, des Bundestages und Vertreter jüdischer Gemeinden teil. Urbschat und Kluge unterhielten sich dabei angeregt mit Walter Momper, der Vlotho gut kennt und selber an der Weser aufgewachsen ist. Er interessierte sich, wie auch die Zentralratsvorsitzende, besonders für das "Collegium Humanum" und den angeschlossenen Verein zur Unterstützung von Holocaustleugnern. Beide wünschten dem Vlothoer Bündnis viel Erfolg und ein baldiges Ende der braunen Umtriebe. Der "German Jewish History Award" zeigt nach ihrer Meinung, wer wirklich dem Ansehen Deutschlands in der Welt dient: Diejenigen, die offen und ehrlich auch mit der unheilvollen Geschichte umgehen. Copyright
© Vlothoer Anzeiger 2008
Dokument erstellt am 28.01.2008 um 22:25:17 Uhr Erscheinungsdatum 29.01.2008 | Ausgabe: VA |