»German Jewish History Award« für Hans-Dieter ArntzHans-Dieter Arntz (2.v.l.) mit Walter Momper (links), Dr. Arthur Obermayer und Bernhard Gelderblom, einem weiteren Preisträger. Foto: A. Humbert 30.01.2009 Der Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhauses war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Euskirchener Regionalhistoriker Hans-Dieter Arntz eine der bedeutendsten Auszeichnungen für deutsch-jüdische Verständigung erhielt, den »German Jewish History Award«. Berlin/Euskirchen (ah). Bereits zum neunten Mal verlieh die US-amerikanische Obermayer-Foundation den Preis an Personen, die sich um die lokale Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Deutschland verdient gemacht haben. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper, die Leistung von Hans-Dieter Arntz und den weiteren fünf Preisträgern bestehe darin, gerade bei jungen Menschen zur Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins beizutragen: »Während Filme und Dokumentationen zum Thema Holocaust oft abstrakt sind, hat die Skizzierung des Schicksals der jüdischen Opfer der Shoah vor Ort zur Sensibilisierung der Bevölkerung beigetragen.« Dr. Arthur Obermayer,
der den »German Jewish History Award« mit seiner Stiftung ins Leben
gerufen hat, dankte den Preisträgern für ihr Engagement. Es sei
ein großer Erfolg, dass mit Hilfe historischer Forschungen gegenseitige
Vorurteile abgebaut werden konnten: »Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit
haben die heute geehrten Männer und Frauen veranschaulicht, dass
jüdisches Leben in Deutschland bereits Jahrhunderte vor dem Zweiten
Weltkrieg bestand.« Zugleich zeige die Vielfalt der ausgezeichneten
Projekte auch den Menschen in den USA, dass das deutsch-jüdische
Verhältnis nicht nur durch die Shoah gekennzeichnet ist, so Obermayer.
Nun gelte es, auch den Migrantinnen und Migranten die jüdische Geschichte in der Region näherzubringen: »Das fehlende Wissen vieler muslimischer Mitbürger über das Judentum und seine Verwurzelung in unserer Region führt oft zu einer neuen Form des Antisemitismus. An dieser Stelle liegt noch viel Aufklärungsarbeit vor uns.« @ Internet |