Hohe Auszeichnung für Klaus Dietermann

Siegen, 27.01.2009
Klaus Muetherig


Berlin/Deuz. Der deutsch-jüdische Geschichtspreis wurde am Dienstagabend im
Berliner Abgeordnetenhaus feierlich an Klaus Dietermann aus Deuz verliehen.

Eine hohe Ehre für den Pädagogen, der für sein jahrzehntelanges Engagement um die deutsch-jüdische Verständigung und seine herausragenden Beiträge zur Dokumentation jüdischer Geschichte und Kultur in Deutschland geehrt wurde.

Für die Obermayer-Stiftung, die ihren Sitz in Newton/Massachusetts hat, nahm ihr Gründer Dr. Arthur Obermayer die Preisverleihung vor. Parlamentspräsident Walter Momper hielt die Begrüßungsansprache und übergab die Preise.

„Die sechs Preisträger haben sich mit ihrem großartigen Engagement, ihrer Begeisterung und Beharrlichkeit für ihre Projekte eingesetzt und diese zum Erfolg geführt”, heißt es zur Begründung. Als Festredner konnte Rudolf Dreßler gewonnen werden. der von 2000 bis 2005 deutscher Botschafter in Israel war.

Die Auswahl der Preisträger hat eine prominent besetzte Jury vorgenommen. Klaus Dietermann wurde unter anderem für seine Beharrlichkeit ausgezeichnet. Vier Jahre lang kämpfte er darum, dass der Bunker am Obergraben, der auf den Grundmauern der zerstörten Synagoge errichtet wurde, zu einem Museum umgewandelt wurde. Die Behörden drängten ihn, den Initiator des Aktiven Museums Südwestfalen, das Museum in einem der anderen Bunker der Stadt Siegen anzusiedeln.

Dietermann setzte sich schließlich durch, das Museum erlebte seitdem eine Erfolgsgeschichte, die eng mit ihm verbunden ist. Ihn charakterisiert vielleicht am besten, dass er vor zehn Jahren das Bundesverdienstkreuz mit der Begründung ablehnte, nur seine Pflicht getan zu haben. Er hätte wohl auch diese hohe Ehrung abgelehnt, wenn ihn nicht seine „jüdischen Freunde vorgeschlagen hätten”.