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Internationale Ehrung für hessische Pfarrerin15.02.08
Fulda Die kurhessen-waldeckische Pfarrerin Johanna Rau (Oberkalbach bei Fulda) hat die Landsynagoge in Kalbach-Heubach vor dem Verfall bewahrt. Dafür erhielt sie eine hohe internationale Auszeichnung - den Obermayer German Jewish History Award (Obermeyer-Preis für Deutsch-Jüdische Geschichte). Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit dem Jahr 2000 an Deutsche vergeben, die sich um die jüdische Geschichte und Kultur besonders verdient gemacht haben. Der Preis wurde von dem US-amerikanischen Unternehmer Arthur Obermayer (West Newton bei Boston) gestiftet, dessen Vorfahren aus Creglingen/Tauber stammen. Der Jury gehört auch der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper (SPD), an. Die Preisträger müssen von Jüdinnen und Juden vorgeschlagen werden, die außerhalb Deutschlands leben. Als Vorsitzende eines Fördervereins hat sich die 43-jährige Theologin für die Rettung der Synagoge engagiert. Das Preisgeld kommt der Arbeit zugute, sagte sie gegenüber ideaHessen. Das Haus war von 2000 bis 2004 für 780.000 Euro denkmalgerecht saniert und zu einer kulturellen Begegnungsstätte umgebaut worden. Das Geld war von der öffentlichen Hand, der kurhessen-waldeckischen Kirche und Privatspendern zur Verfügung gestellt worden. 2006 hatte das Projekt den Hessischen Denkmalschutzpreis erhalten. Auch die Kirchengemeinde nutzt die ehemalige Synagoge für Veranstaltungen. Bereits während ihres Studiums hatte sich die Theologin in den jüdisch-christlichen Dialog eingebracht und auch ein Jahr in Jerusalem verbracht. Das Christentum ist ohne das Judentum nicht zu denken. Den größten Teil unserer Bibel, das Alte Testament, haben wir mit den Juden gemeinsam, sagte sie zu ihrer Motivation. Seit 1998 teilt sie sich mit ihrem Ehemann, Pfarrer Hubertus Marpe, die Pfarrstelle Oberkalbach. |