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The Obermayer German Jewish History AwardsSeitdem der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses R. Führer der jährlichen Preisverleihung der Obermayer Foundation, Inc., den Plenarsaal des ehemaligen Preußischen Landtags zur Verfügung gestellt hat, ist das durch den jetzigen Präsidenten Walter Mom-per zu einer würdigen Tradition am 27. Januar jeden Jahres geworden. In diesem Jahre wurden die Preise zum 4. Male vergeben. Den Rahmen der Veranstaltung bildeten Vorträge des Konzertpianisten Vladimir Stoupel, der Felix Mendelssohn Bartholdy und zum Ab-schluß Frederic Chopins As-Dur-Polo-naise virtuos zu Gehör brachte. Der Präsident Walter Momper begrüßte die Anwesenden mit einer nachdenklichen Rede. Ihm folgten Dr. Arthur Obermayer, der Präsident der Obermayer Foundation, danach die Vizepräsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Frau Charlotte Knobloch. Die Festansprache hielt der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäische Studien, Herr Prof. Dr. Julius Schoeps, der manche als Fehlentwicklung zu empfindenden oder empfundene Ereignisse in Deutschland in der jüngsten Zeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte. Dr. Arthur Obermayer und Walter Momper übergaben sodann die Preise an diejenigen Persönlichkeiten, die auf der Grundlege von persönlichem Engagement die Erforschung von Beiträgen der Menschen jüdischen Glaubens zur deutschen Kultur und ihrer Geschichte beigetragen haben. Die Preise erhielten: Der Berliner Arzt Klaus-Dieter Ehmke, der im vorpommerschen Ort Niederhof einen fast vergessenen jüdischen Friedhof entdeckt hatte. Seit 1857 war er nicht mehr genutzt worden. Er begann nach der Geschichte einer jüdischen Gemeinde dort zu forschen und konnte nach vielen eifrigen Bemühungen gemeinsam mit den dortigen Einwohnern einen wichtigen Teil ihrer eigenen Dorfgeschichte dokumentieren. Lothar Bembenek und Dorothee Lottmann-Kaeseler, Wiebaden. Als Lehrer war er unzufrieden mit den verfügbaren Lernmitteln, weil darin kaum etwas über die NS-Zeit ausgesagt wurde. Besondere Lücken sah er in der Heimatgeschichte seines Wohn- und Lehrortes. So begann er über seine eigene nähere Heimat zu forschen, was zur Gründung des "Aktiven Museums Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden" geführt hat. Es steht seit 13 Jahren unter dem Vorsitz seiner Partnerin, die zusammen mit ihm die Ehrung entgegennehmen konnte. Cordula Kappner, Haßfurt (Bayern), erforschte die Geschichte jüdscher Bewohner ihrer näheren Heimat und dokumentierte mit Hilfe von Schülern und interessierten Einwohnern die Geschichte von 7 jüdischen Friedhöfen. Daraus entstanden Kontakte zu aus Deutschland in der NS-Zeit Vertriebenen. 1983 konnte sie ihre erse Ausstellung mit dem Material zeigen, das sie in den vorangegangenen Jahren mühsam zusammengetragen hatte. Zu 250 jüdischen Familien, die in Haßfurt einmal gelebt haben, hat sie je eine Mappe mit Fotos, Zeitzeugeninterviews und Dokumenten angelegt. Inzwischen konnte sie 34 Ausstellungen durchführen. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie bei diesen Vorhaben als frühere Lehrerin jungen Menschen, die ihr für manche gegebenen Anregungen Dankbarkeit zeigen. Jürgen Sielemann, Hamburg. Er war beruflich im Staatsarchiv der Hansestadt tätig und erarbeitete nebenberuflich ein großes Netzwerk. Dadurch gelang ihm die Gründung der "Hamburger Gesellschaft für Jüdische Genealogie" einzuleiten, deren Vorsitz er bis 2001 wahrgenommen hat. Durch seine Arbeit ist es heute möglich, die Listen von ca. 5 Millionen Auswanderern, die den Weg über die Hansestadt Hamburg genommen haben, ins Internet zu stellen. Christiane Walesch-Schneller, Breisach/Rh. (Baden-Württemberg). Sie gründete den "Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus in Breisach", mit welchem das historische Gebäude der ehemaligen Gemeinde vor einem Abriß bewahrt werden konnte. Der Verein sucht Verbindungen zu ehemaligen jüdischen Bewohnern Breisachs oder deren Familien. Er organisiert Austauschprogramme, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte. Jn dem dank des Vereins erhaltenen Haus werden in jüngster Zeit auch wieder Gottesdienste für neu zugezogene jüdische Familien abgehalten. Mit einem Empfang
durch den Präsidenten des Abgeordnetenheuses wurde diese verdienstvolle
Veranstaltung, der man eine größere Teilnehmerzahl von jüngeren
Menschen wünscht, beendet. Werner Goldberg |