CHRISTINE SCHMIDT
27 January 2006

Zuspruch kam aus aller Welt
Johann Fleischmann wurde in Berlin ausgezeichnet

Bitte Bild anklicken!

MÜHLHAUSEN/BERLIN - Es war eine illustre Schar von Gästen, die am Mittwochabend im Berliner Abgeordnetenhaus zusammen kam. Menschen aus vielen Teilen der Erde, Menschen mit verschiedenen Kultur- und Religionshintergründen. Sie alle vereint das Interesse, in den meisten Fällen sogar die persönliche Verbundenheit zur deutsch-jüdischen Geschichte.

Um dieser gemeinsamen Vergangenheit zu gedenken und vor allem, um diejenigen auszuzeichnen, die es sich zu einer "Herzensangelegenheit" gemacht haben, die deutsch-jüdische Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, lud die Arthur Obermayer Stiftung zur Verleihung der German Jewish History Awards.

Unter den ehrwürdigen Preisträgern befand sich auch der gebürtige Franke Johann Fleischmann. Der 53-jährige Ingenieur aus Mühlhausen interessierte sich schon früh für die Vergangenheit seiner Familie, aber auch seiner Region und veröffentlichte Anfang der 90er sein erstes Buch über die jüdischen Wurzeln des Mühlhausener Kindergartens.

1996 manifestierte sich diese Passion in dem von Fleischmann mitbegründeten Arbeitskreis "Jüdische Landgemeinschaften an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach". "Für die Menschen, die dort mit mir zusammen arbeiten, habe ich die Auszeichnung heute entgegen genommen", äußerte sich Fleischmann nach der Verleihung bescheiden.

Dass die Nominierungen für den Mühlhausener allesamt aus dem Ausland eintrafen, kommt nicht von Ungefähr. Der leidenschaftliche Franke verfügt über ein weltweites Netzwerk mit Juden, deren Vorfahren aus seiner Heimat stammten. "Mit der Israelin Martha Lev Zion beispielsweise verbindet mich eine innige E-mail-Freundschaft, obwohl ich die Dame noch niemals in meinem Leben gesehen habe", gesteht Fleischmann mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Ebenfalls für ihn eingesetzt haben sich der New Yorker Autor Michael Bernet sowie Elizabeth Levy, die auch bei der Preisverleihung anwesend war und ausgiebig fotografierte.

Und zu der hohen Ehrung für einen Bürger des Landkreises Erlangen-Höchstadt waren auch die beiden Wahlkreisabgeordneten Abgeordneten Stefan Müller und Jörg Rohde gekommen.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, würdigte das vorbildliche und Mut machende Wirken aller Preisträger: "Die heutige Veranstaltung soll für alle jüdischen Deutschen und deutschen Juden eine Stunde der Nachhaltigkeit, des Erinnerns und der Hoffnung sein." Neben Johann Fleischmann wurden geehrt: Günter Heidt aus Konz, Rolf Hofmann aus Stuttgart, Robert Kreibig aus Berlin sowie Kurt-Willi Julius und Karl-Heinz Stadtler aus Voehl.

Back